Ziegenkrankheiten

Parasitenbefall
Schaflausfliegen
Schaflausfliegen, Insekten ohne Flügel, die in der Wolle von Schafen, ab und an auch im Fell bei Ziegen leben. Der Juckreiz führt zum schubbern, die Tiere sind nervös. Das Fell / Wolle fällt aus. Abmagerung ist die Folge. Lämmer erkranken an Anämie und gehen ein.
Haarlinge und Lausbefall
Haarlinge und Läuse erzeugen bei Ziegen starken Juckreiz. Häufig treten sie im Winter auf. Die Ziegen schubbern sich überall entlang. Haare brechen, das Haar wird stellenweise dünner, dann erste kahle Stellen. Je länger der Befall unbehandelt bleibt, je struppiger wird das Fell. Haarlinge und Läuse befallen meist zuerst geschwächte Tiere, breiten sich dann aber weiter aus und befallen auch gesunde Ziegen. Beim genauen hin sehen, findet man im Fell die Nissen der Schädlinge. Behandelt wird vom TA besorgten Mittel, es gibt Mittel zum Waschen und besprühen. Eine innerliche Stärkung mit Vitaminen und Mineralien der betroffenen Tiere ist sinnvoll.
Kokzidien
Leben in der Darmschleimhaut. Verursachen wässrigen, faulig stinkenden, grünen, blutigen Durchfall. Krankheitszeichen sind Kotperlenketten, Schleim überzogen. Der After ist verdreckt. Die Ziegen machen einen trüben Eindruck, ihr Hunger hält sich in Grenzen. Ist die Erkrankung schwerwiegend,verstirbt das Tier aufgrund massiven Darmblutungen. Bei leichterem Verlauf kommt es durch den Durchfall zur Abmagerung.
Hygiene ist das a und o bei Befall. Saubere Einstreu, gereinigte Futtertröge, die Tiere sollten möglichst wenig mit dem Kot in Kontakt kommen damit sie sich nicht immer wieder selber anstecken. Gutes Heu sowie leichtverdauliche Futtermittel sollten als Diät genutzt werden.
Mit vom Tierarzt verschriebenen Medikamenten ist eine Heilung sehr gut möglich.
Magen-Darm-Würmer
Das sind unterschiedliche Schmarotzer wie Spulwurm, Hakenwurm, Peitschenwurm, Zwergfadenwurm, Magenwurm, Bandwurm um die wichtigsten zu nennen. Sie leben im Magen-Darm-Trakt und legen da auch ihre Eier ab. Sie gelangen beim Koten in die Umgebung, dort reifen sie zu Larven. Drei mal häutet sie die Larve. Je günstiger das Klima, je wärmer es ist, desto schneller geht die Entwicklung voran.Die Ziegen stecken sich beim Grasen wieder an.
Im Magen oder Dünndarm entwickeln sie die Larven bis zu geschlechtsreifen Würmern. Sie überwintern, je nach Art der Würmer, in der Schleimhaut des Magens oder Darmes. In der Frühlingszeit beginnen diese mit der Eiablage. Die Weiden werden so wieder kontaminiert. Starker Wurmbefall zeichnet sich aus durch schlechte Futterverwertung, wenig Zunahme beim Gewicht bis totale Abmagerung, struppiges Fell, anfällig für weitere Krankheiten, Anämie, unbehandelt führt eine starke Verwurmung zum Tod.
Die Entwurmung soll vor dem Weidebeginn im Frühjahr, sowie im Sommer während der Weidesaison, kurz vor der Aufstallung und einmal im Winter durchgeführt werden.
Die Räude der Schafe und Ziegen verursacht die Psoroptesmilbe oder Saugmilbe . Die Räudemilben befallen den Körper, bevorzugt Hals, Rücken, Rumpf und Flanken, die in die Haut tiefe Gänge graben und dort Eier ablegen. Die Ansteckung erfolgt durch Körperkontakt sowie gemeinsam benutzte Eimer, Forken etc..Zuerst erkranken schwache Tiere nach Geburten, Krankheiten, plötzlicher Futterwechsel oder bei schlechter Haltung.
Die erkrankten Tiere schubbern sich aufs äußerste, verlieren büschelweise Haare, magern ab leiden an Anämie.
Die Behandlung übernimmt der Amtstierarzt.
CAE- Erkrankung
Die CAE-Erkrankung (= Caprine Arthritis/Encephalomyelitis) ist eine Gelenk- und Gehirnrückenmarksentzündung. Die Infektion betrifft nur Ziegen.
Das CAE - Virus wird mit der Milch auf Ziegenlämmer übertragen. Die Ziege scheidet die Viren ein Leben lang mit der Milch aus.
Die Krankheit führt bei den jungen Ziegen zur Gehirnentzündung: Zuerst versteifen oder lähmen die Hinterbeine. Weiteres Zusatzsymtom ist ein struppigem Fell. Das Fressverhalten ist normal, der Gang wird wackeliger, bis die Tiere nicht mehr aufstehen und daran eingehen.
Die Krankheit zeigt sich bei erwachsenen Tiere folgendermaßen: die Karpalgelenke (was der Laie vorne als Knie bezeichnet) sind befallen. Die Tiere werden immer dünner. Das Fell ist struppig. Sie rutschen auf ihren Karpalgelenken, es ist ihnen nicht mehr möglich, diese zu strecken. Die Milchleistung verringert sich.
Heilung ist nicht möglich, Zuchttiere werden durch regelmäßige Blutproben auf Virusträger untersucht. Nach 3 jährigem freien Bestand gilt die Zuchtgruppe als CAE frei. Es darf nur mit CAE-freien Tieren gezüchtet werden.
Blauzungenkrankheit Achtung! Anzeigepflichtig!
Zeichnet sich wie der Name schon sagt, durch eine blauverfärbte Zunge aus. Der Virus wird durch Gnitzen (kleine Stechmücken) übertragen. Nach 2 bis ca. 15 Tagen treten Fieber, Ödeme an Ohren, Lippen Maul, Lidern auf. Auf den Schleimhäuten entstehen Geschwüre.
Vorsorge trifft man durch eine Impfung oder rechtzeitige Auftragung von Antipariasitären Mitteln, wie z. B. Butox.