Sicherheit im Umgang mit dem Pferd!

 

Pferde sind faszinierende Lebewesen. Leider ist es so, dass, wenn ein Unfall mit, am oder um das Pferd geschehen, häufig schwerwiegende Verletzungen nach sich ziehen. In den meisten Fällen ist das Pferd völlig schuldlos, es ist die Unbedarftheit und Gedankenlosigkeit beim Menschen.

Es fängt damit an, dass Leute Pferde auf der Weide sehen, hingehen und sie füttern. Es wird oft Rasenabfälle, altes weiches Brot, Gemüseabfälle wie Kartoffelschalen übern Zaun geworfen. Einmal geht es los, die Pferde fangen untereinander an zu rangeln, treten sich, verletzen sich dabei schwer. Sie fressen das völlig für sie ungeeignete Zeug, bekommen Koliken, Hufrehen, einige gehen daran elendig zu Grunde. Es fallen zudem Tierarzt oder Klinikkosten an, die in die Tausende gehen können.

Dann gehen fremde Menschen auf eine Weide, damit die Kinder mal die Pferde streicheln oder werden mal eben drauf gesetzt, Pferde sind ja zum Reiten da. Die Pferde, vielleicht noch junge Remonten, buckeln, treten, das Kind ist verletzt, oder die Pferde rangeln, treten einen Besucher. Das schlimme, der Pferdehalter ist in diesem Falle haftbar. Unverständlich, ist aber leider so.

Auch Hundebesitzer sind oft voller Unverständnis, der Hund spielt doch so schön mit den Pferden. Pferde sind Fluchttiere, sie finden es gar nicht lustig, von Hunden gejagt zu werden. Entweder gehen die Pferde durch den Zaun, verletzten sich dort, rennen auf die Straße, verursachen einen Autounfall. Oder sie treten den Hund. Ein Pferd hat mit einem Ausschlag eine Schlagkraft von 2000 kg. Jeder kann sich vorstellen, wenn das den Hund trifft.... Auch wenn alles glimpflich abläuft, sind die Pferde mal eben in Panik versetzt worden. Was ist, wenn ein altes Pferdchen, sich dabei vertritt... Das nächste was Hundebesitzer leider machen, ist die Hunde auf den Weiden koten zu lassen. Nicht nur, das es ekelig ist, wenn ein Pferd sich dort hinlegt beim Wälzen und der Besitzer darf es vom Fell sauber machen. Außerdem wird vermutet, dass der Hundebandwurm auch auf das Pferd übertragbar ist. Eine Hundewurmkur kostet um die 6 Euro (Bandwürmer). Für Pferde gibt es erst seit kurzen ein Bandwurmpräparat und kostet um die 30 Euro. Zudem ist ein Bandwurm beim Pferd extrem hartnäckig, schwer zu bekämpfen und richtet beim Pferd sehr große Schäden an. Bandwürmer kommen beim Pferd nicht häufig vor.

Der Reiter holt sein Pferd von der Weide, aus der Box, vom Auslauf. Viele gehen zügig gedankenlos aufs Pferd zu. Das Pferd döst vielleicht gerade oder frisst. Der Reiter kommt von hinten ran, klopft dem Pferd noch aufs Hinterteil, freundlich gemeint, Kumpelhaft. Und das Pferd, es erschrickt und schlägt blitzartig aus. Oft wird der Reiter vorm Schädel getroffen. Ein Pferd ist ein Fluchttier, das darf einfach nicht vergessen werden. Wenn es nicht die Chance bekommt, zu flüchten, hat es nur einen Ausweg. Es tritt. Sinnvoller ist es, das Pferd vorher anzusprechen, was ist egal, und wenn ich Pfannekuchen sage, ich mache mich bemerkbar. Entweder gehe im großen Bogen um das Pferd rum oder warte bis es sich mir zuwendet. Es hat mich gesehen und ich kann gefahrlos hingehen.
Ich halftere es auf und bringe es zum Putzplatz. Bitte beim Umgang mit dem Pferd immer festes Schuhwerk tragen, auch wenn es im Sommer noch so heiß ist, aber wer mal 500 kg auf dem Fuß stehen hatte, wird es nie wieder machen.

Bitte immer nur mit Strick am Halfter führen, nur so kann ich reagieren, wenn sich ein Pferd erschrickt und zur Seite springt. Am Halfter hänge ich direkt, werde mit umgerissen oder muss los lassen. Am Strick habe ich noch ca. 2 Spielraum.

Dann binde ich mein Pferd an. Viele machen den Fehler, der Spielraum ist viel zu lang. Das Pferd kann im Strick rein treten oder gerät mit dem Kopf darunter. Entweder bricht sich das Pferd ein Bein oder das Genick, denn ein Pferd welches Widerstand spürt und Schmerz gibt nicht nach, sondern zieht immer weiter gegen an um sich zu befreien. Entweder binde ich ein Pferd an einem Strick, mache natürlich einen Sicherheitsanbindeknoten, den ich jederzeit lösen kann, an, dann darf der Strick nur halbe Kopflänge sein, oder binde es an 2 Stricke an, die aber so sind, dass das Pferd mit dem Kopf nicht den Boden erreicht. Bei schreckhaften Pferden oder jungen Pferden verwende ich als Zwischenstück zwischen Strick und Anbinder z. B. ein Strohband, welches sofort zerreißt, sollte das Pferd sich zurück werfen. Das nächste gefährliche ist, ein sogenanntes Knotenhalfter zu verwenden. Es ist ein reines Arbeitshalfter und nicht zum Anbinden geeignet. Es ist zu scharf, da es nur aus Strick besteht und sich böse ins Fleisch schneiden können oder dem Pferd den Atlaswirbel brechen kann, sollte es sich in solch einem Halfter zurück schmeißen.

Nun beginnt man mit der Pflege des Pferdes. Ups, das Pferd zappelt, bettelt, tja, da wurde wohl immer mit Leckerchen usw. gearbeitet, ohne Sinn und Hintergrund. Ein zappelndes Pferd bei der Pflege ist nervig und wenn es einen immer wieder gegen die Wand drückt oder auf die Füße springt, versteht es der Letzte. Also, von vorne rein, das Pferd dahin gehend erziehen, das es brav steht. Für jedes ruhiges still stehen (natürlich darf es sich mal umsehen, es ist ein Lebewesen, keine Statue) wird gelobt, es reicht ein brav oder ein Streichler (wo es das Pferd mag), auch ein Leckerli kann ich evtl. zum Abschluss geben, als kleines Dankeschön.

Ich beginne nun die Hufe auszukratzen. Viele machen den Fehler, sie stehen zu weit vom Pferd weg, dabei die Regel, je dichter, je sicherer. Einmal kann das Pferd bei einem Tritt nicht viel Schwung holen, denn wenn ich den Huf halte, kann ich das Bein viel besser oben behalten. Ich kann direkten Kontakt mit dem Pferd aufnehmen. Ob ich jetzt rechts oder links zuerst den Huf sauber mache, das ist einerlei. Wichtig, bitte das Bein sanft absetzen nicht einfach fallen lassen, erstens ist es dem Pferd unangenehm, 2tens kann so etwas tatsächlich zu einem Hufbeinbruch führen.
Jetzt putze ich das Pferd ordentlich von vorne nach hinten. Beim Schweif verlesen stelle ich mich selbstverständlich neben dem Pferd und nicht hinter das Pferd. Auch sollten die Putzorgien auf beiden Beinen, seitlich neben dem Pferd statt finden und nicht halbliegend unter dem Pferdebauch. Auch wenn es das Pferd nicht böse meint, aber da ist nun mal eine Fliege gelandet, die stört - und zack wird mal eben mit dem Bein unterm Bauch gehauen, dummerweise war da das Gesicht vom Menschen dazwischen.

Den Putzkasten stelle ich natürlich immer außer Reichweite des Pferdes und so, dass der Nächste nicht drüber fällt.

So, jetzt wird die Satteldecke und der Sattel geholt, aber nicht gleich auf das Pferd schmeißen, sondern ruhig dem Pferd kurz zeigen, dann sanft auf den Rücken gleiten lassen, etwas vorne weiter aufgelegt, dann nach hinten geschoben, bis er auf dem richtigen Platz liegt, auch schon wegen der Fellrichtung. Hoffentlich ist es ein passender Sattel für das Pferd und nicht ein Sattel, der für viele herhalten muss. Das würde dann auch das Unwilligsein, vielleicht beim Reiten erklären. So etwas führt zu Verspannungen. Die saubere, passende Schabracke (Sattelunterpolsterung) (jeweils mind. 1 cm unter dem Sattel hervorschauend) wird noch einmal gut eingekammert, damit sie nicht auf dem Widerrist drückt. Ach ja, einen Sattel wird nicht passender, in dem man viel drunter packt, einen nicht passender Schuh wird ja auch nicht passender, in dem ich mehr Socken an zieh, da hilft nur der Sattler! Den Sattelgurt werfe ich nicht einfach hinüber, nein, ich gehe um das Pferd rum - schön dicht natürlich - lasse den Gurt sanft runter, gehe wieder zurück und schließe dann den Gurt sanft, ohne direkt zuzuziehen.

Die Gamaschen werden angelegt, natürlich immer dicht am Bein bleiben. Die Gamaschen sollen von innen sauber sein, damit keine Scheuerstellen entstehen.

Nun kommt die Trense dran. Ich halte es für sehr gefährlich, das Halfter dem Pferd über dem Kopf zu ziehen, dann auf zu trensen. Wenn das Pferd sich erschrickt, und diesen Widerstand am Hals verspürt, wird es sich zurück schmeißen und einen Überschlag machen: Besser: Anbindestrick ab, Zügel übern Hals, Halfter runter, dann die Trense sanft drauf. Das Gebiss bitte nicht zu kalt im Winter, sanft ins Maul schieben. Vorsichtig die Ohren durch das Genickstück schieben. Dann, die Trense schließt man beim anziehen von oben nach unten, beim Ausziehen von unten nach oben. Das Gebiss sollte dem Pferd passen, weder zu dick, noch zu lang oder kurz. Wer meint, sein Pferd nicht halten zu können, dann nicht immer das schärfere Gebiss wählen sondern, Reitunterricht nehmen. Ansonsten gilt das, womit sich das Pferd und Reiter wohl fühlen. Auch die diversen Riemen an einer Trense haben einen Zweck und sollten nicht zweck entfremdet werden, in dem sie bis dort hinaus zu zieht, im Glauben, das Pferd besser unter Kontrolle zu haben.

Jetzt setzt sich der Reiter den Reithelm auf, die Ausrede, es wäre ein drückender Helm zählt heute nicht mehr, die neuesten Generationen sind leicht, gut durch lüftet, man spürt sie nicht mehr. Kaputte Frisuren zählen auch nicht, denn auf einem kaputten Schädel sitzt die Frisur auch nicht mehr so.

 

Zusatz zum Reithelm:

 

Der Reithelm sagen viele, sei unbequem und das Pferd was man reite, sei soooooo lieb, da passiert nichts. Die Frisur leidet nur und bei Männern, wie uncool.

Diese Ausreden gelten heute nicht mehr. Es gibt heute sehr leichte Reithelme, die weder drücken, zu eng sitzen oder was auch immer.

Jeder verantwortliche erwachsene Reiter sollte Vorbild sein und einen Reithelm tragen, denn sein Kopf ist nicht haltbarer als ein Kinderschädel.

Auch das liebste Pferd kann mal stolpern und der Reiter geht kopfüber runter.

Eine kurze wahre Geschichte, die sich hier in einem Nachbarort abgespielt hat.

2 Frauen ritten aus. Auf dem Radweg hielten sie an um nach zu gurten. Einer viel dabei der Zügel aus der Hand. Sie beugte sich über, um den Zügel wieder auf zu nehmen. Das Pferd stand wie eine eins. Sie verlor das Gleichgewicht und viel kopfüber von ihrem Pferd. Sie knallte mit dem Kopf auf dem Asphalt und starb.

Die Ärzte meinten, mit Helm hätte sie schlimmstenfalls eine Gehirnerschütterung bekommen.

Krasses Beispiel? Mag sein, aber man sieht, es passiert.

Außerdem: eine tolle Frisur wirkt auf einem zerplatzen Schädel auch nicht gut!

 Die kleine Farm

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