Kolik!

 

Kolik ist eine sehr gefürchtete Krankheit beim Pferd. Das Wort Kolik umfasst erstmal den Begriff Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Koliken.
Darmverschluss/ Anschoppungskolik: Ein Darmverschluss kommt recht häufig unter den Koliken vor, wobei am häufigsten der Grimmdarm betroffen ist. Der Verschluss kann beispielsweise von nicht ausreichend verdautem Futter herbeigeführt werden, welches den Darm verstopft und den Darm zum Stillstand bringt. Auch wenn die Pferde verwurmt sind, dann entwurmt werden und sich die toten Würmer im Darm verklumpen, kann es zum Verschluss kommen.
Darmverschlingung: Auch eine Verschlingung, Verlagerung oder Einklemmung des Darms ist möglich, bei der der Darm abgeschnürt wird. Das passiert, wenn sich Gase im Darm bilden, der Darm quasi an der Stelle hoch "schwebt" und dann wieder kippt. Recht häufig treten auch auf, so genannte Stresskolik/ Krampfkolik: Ist das Pferd größeren psychischen Belastungen ausgesetzt ist, wie etwa auf langen Transporten oder auf Reitturnieren, kann es Stresskoliken bekommen. Dabei verkrampft die Bauchmuskulatur und stört damit die Verdauung .
Wetter bedingte Kolik: Treten meist im Frühling oder bei Wetterwechsel auf. Der Kreislauf des Pferdes verschlechtert sich, der Darm hört auf zu arbeiten, oft gerade bei alten Pferden, den der Fellwechsel noch zusätzlich zu schaffen macht!
Nierenkolik: Steht ein Pferd im Dauerregen und kühlt die Nierenpartie aus, dann es zur Nierenkolik kommen, da die Wärmeregulation gerade bei älteren Pferden nicht mehr so gut klappt.

Weitere Auslöser von Koliken: Zu wenige Mahlzeiten, lieber viele kleine Mahlzeiten als 2 Große.
Schlechtes / gammeliges Futter, zu viel Futter, zu viel Stroh, Giftpflanzen, Zähne (wenn die Zähne nicht in Ordnung sind, wird es nicht ordentlich durchgekaut und zum Teil fast unzerkaut abgeschluckt), falsches ungeeignetes Futter, zu lange Fresspausen. Ein Pferd sollte nicht länger als 4 Stunden ohne Nahrung sein, deswegen immer gutes Heu oder und gutes Stroh vorlegen. Zuviel Stroh fressen, Magengeschwüre, Darmentzündungen, Bewegungsmangel, zu wenig Wasser getrunken

Kennzeichen einer Kolik: Jedes Pferd reagiert anders auf eine Kolik, es können alle Symptome auftreten, aber auch nur ganz feine, kleine, die man übersehen kann, wenn nicht genau hin geschaut wird: Wälzen, Hufe scharren, mit dem Hinterbein unterm Bauch treten, Unruhe, zu ruhig, in sich gekehrt, immer wieder leichtes zucken mit der Oberlippe. Schweißausbrüche, Nahrung verweigern, wälzen, hinlegen und dabei Schonhaltung einnehmen (Vorderbeine werde gerade nach vorne gestreckt), der Bauch wirkt nach oben gezogen, flehmen, Kopf schlagen, setzt keinen oder nur wenig Kot ab, trockener bröseliger Kot, faulig riechender Kot.

Eine Kolik ist immer ein Notfall und Bedarf den Tierarzt. Viele machen den Fehler, das Pferd krampft und auf einmal scheint alles in Ordnung zu sein, das Pferd verhält sich normal, frisst usw. Der Besitzer verlässt das Pferd und Stunden später findet er sein Pferd in einem desolaten Zustand vor. Bis zum Eintreffen das Pferd eindecken, wenn der Kreislauf stabil ist, ruhig im Schritt führen. Im Gegensatz zu früher, wo es hieß, man darf sich kein Pferd wälzen lassen, darf sich das Pferd wälzen. Dadurch kann keine Verschlingung entstehen, mit Glück löst sich eine bereits beginnende Verschlingung auf. Selbst wenn das Pferd plötzlich Hunger zeigt, es darf nichts fressen. Sollte es eine Anschoppung sein, vergrößern wir nur diese.

Der eintreffende Tierarzt wird das Pferd eingehend untersuchen, und nach Kolik-Art behandeln. Meist spritzt er immer ein entspannendes Mittel und den Darm zu beruhigen. Er wird das Pferd rektal untersuchen, um sich ein Bild des Zustandes des Darmes, Lage des Darmes, Kotbeschaffenheit usw. zu machen. Anschließend kommt es auf die Art an, entweder legt er eine Nasenschlundsonde um Paraffinöl einzugeben, spritzt andere Medis, das soll man sich ganz auf den Tierarzt verlassen und auf seine weiteren Anweisungen hören, auch wie die weitere Fütterung nach der Kolik aussieht, wenn er sagt, dass Pferd darf erstmal nichts Fressen, bitte dran halten!

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