Hühner !

Wir haben Hühner (wir verwerten nur die Eier!) und bin erstaunt über ihre Verhaltensweisen, ihre Schlauheit, ihre Sozialkontakte.
Welch ein erbärmliches Leben führen doch da die Legebatterie Hennen. Ausgemergelt, ausgenutzt, ausgesaugt um dann nach einem Jahr als Suppenhuhn zu enden.
Oder, die leckeren Grillhähnchen...mmmh lecker... das sind Küken die da gegessen werden.
Die Hähne (auch die Hühner!) werden innerhalb von 30 Tagen hochgemästet. Sie piepsen noch wie Kinder, ihre Beine butterweich, da der Körper viel zu schnell gewachsen ist!

Wenn ich unsere Hühner beobachte, ist es klasse, was sie alles am Tag machen und es den Käfighühnern verwehrt ist!
Hühner scharren draußen. Mal werden Insekten gefangen, dann picken sie Gras oder Kräuter.
Sie mögen längst nicht alles, findet das eine Huhn oder Hahn den Wurm als Delikatesse, schüttelt sich förmlich das andere davor und lässt den Wurm links liegen.
Wir beobachteten,dass sich das, was lecker ist und was nicht, durch die Generationen zieht. Was die Mama nicht als gut empfindet, werden die Küken als Erwachsene auch nicht fressen!
Auch die unterschiedlichen Charaktäre unter den Hühnern. Öhrchen, eine inzwischen alte 13 jährige Henne ist eine Übermutter. Die Küken schon längst groß (zum Teil größer als sie) werden noch beschützt gewärmt, betüdelt. Fremde Küken dürfen auch vorbei schauen.

Andere Hennen haben nach 5 Wochen die Nase voll und lassen ihren Nachwuchs in Stich - da sind wir dann gefragt, da sie noch viel zu klein sind, um alleine auf den Beinen zu stehen. Hühner sind Übermütter - egal was ihre Küken bedroht - ob Hund (der unschuldig dran vorbei läuft) wird gnadenlos angegriffen! Glucken geben ihr Leben für ihre Kinder.
Es gibt auch Hennen - wenn sie selber Küken haben, andere Küken an die Wäsche wollen! Die sind dermaßen grantig in der Zeit - dass wir andere Küken und auch deren Mütter beschützen müssen.
Wir haben 2 Hennen, die haben sich das Brutgeschäft geteilt. Zu zweit wechselten sie sich ab, betreuten zusammen die Aufzucht ihrer Kinder.
Auch Hähne sind vom Wesen her unterschiedlich. Da gibt es den Galan, der die Hühner umwirbt, ihnen Geschenke macht. Lustig anzusehen ist, wenn eine Henne Küken hat, kommen die frauenlosen Hähne an, bewachen die Küken mit, kümmern sich um die Henne - in der Hoffung, dass bei den Küken Mädels bei sind, die sie sich so für später sichern können.

Dann gibt es die rabiaten Hähne - bei den Hühnern nicht gern gesehen, sie versuchen mit Gewalt eine Henne zu entführen. Die Hennen hauen aber meist schnell wieder ab, denn mit Grobianen wollen sie nichts zu tun haben.
Das interessante ist auch, für jedes Futter gibt es ein eigenes Wort. Füttere ich z. B. Gerste - rufen die Hühner: Hier gibt es Gerste! Der Rest der Mannschaft kommt angelaufen. Wenn ich ihnen im Winter Möhren gebe, haben sie auch dafür ein eigenes Wort.

Einmal brachte ich sie durch einander. Ich hatte noch Nudeln übrig und dachte, stell sie den Hühnern mal hin. Sie standen erst stumm rum...wie heißt das? Bis eine ein Wort "gefunden" hat und die anderen zum Essen rief.
Hühner können zählen. Was die Wissenschaft jetzt bewiesen hat, wussten wir schon längst. Fehlt auch nur ein Küken, geht die Henne abends nicht in den Kaninchenkäfig (über Nacht halten wir die Hennen mit ihren Küken darin - damit kein Marder sie sich holt) - erst wenn sie vollständig sind, gehen die Hennen rein.
Auch wenn sie brüten und ich klaue ihnen ein paar Eier - merken sie es sofort und werden sehr böse und unruhig.
Hühner sind solch tolle und schlauen Tiere! Tja, und wir Menschen sperren sie für ein billiges Ei oder ein billiges Grillhähnchen unter unsagbaren Qualen ein.


